Neues von der eLernplattform

Die eLernplattform von Theologie im Fernkurs - so ging es weiter ...

Neues Projekt: Interaktive Lernmodule – Konzept und Umsetzung

Nach der Digitalisierung des Hausarbeitsprozesses 2017 für die Kurse Basiswissen Theologie, Grundkurs Theologie und Aufbaukurs Theologie wird bei Theologie im Fernkurs an der e-didaktischen Unterstützung des Lernprozesses zunächst für die Teilnehmenden des Kurses Basiswissen Theologie gearbeitet. Die Lehrbriefe dieses Kurses werden durch interaktive Lernmodule auf www.elernplattform.de ergänzt. Die Lernmodule sollen das Erreichen folgender Kompetenzen durch die Studierenden vertiefter ermöglichen:

 1. Die Teilnehmenden sollen nach Beendigung des Kurses die theologischen Wissensgebiete

  • Glaube und Wissen,
  • Glaubensurkunde,
  • Glaubensbekenntnis,
  • Glaubensgemeinschaft 
  • und Leben aus dem Glauben

inhaltlich erläutern, historisch und systematisch reflektieren können. Ziel ist eine wissenschaftsorientierte Umgangsweise mit diesen Wissensgebieten.

2. Die Teilnehmenden sollen zentrale Methoden der wissenschaftlich arbeitenden Theologie kennenlernen und darüber Auskunft geben können.

Das Prinzip der fünf Studienphasen, die den Kurs Basiswissen strukturieren, wird nun inhaltlich und didaktisch ergänzt. Die Lehrbriefe bilden die Primärliteratur. Im Hinblick auf die Wissensgebiete können so aber noch zusätzliche Zusammenhänge transparent und verständlich vermittelt werden.

Die Lernmodule werden in eine Lernwelt auf der Plattform eingebettet. Pro Thema entsteht ein Lernmodul mit Untermodulen. Eine Einführung erklärt die technische Funktionsweise und die Lernziele.

Jedes Modul ist mit den Bereichen Lesen, Lernen und Üben versehen (Abb. 1).

Lesen bedeutet die Verlinkung zur Primärliteratur, d.h. zu den Lehrbriefen.

Lernen bedeutet die lineare Navigation durch das komplette Modul mit Erkläreinheiten (z.B. die Bedeutung und die Entstehung der Schlagworte "Heiligkeit" oder "Katholizität" im Glaubensbekenntnis) und mit Selbstlerntests (Fakten- und Transferwissen).

Üben führt den Lernenden durch die Selbstlerntests.

Am Beispiel des Lernmoduls Glaubensgemeinschaft wird nun dargestellt, welche interaktiven Bestandteile auf der eLernplattform zu finden sind.

Folgende Untermodule enthält das Lernmodul Glaubensgemeinschaft:

  • Glaubensbekenntnis,
  • Neues Testament,
  • Aufgaben und Ämter,
  • Erstes und Zweites Vatikanisches Konzil.

Hier werden historische Entwicklungen und die damit einhergehenden Veränderungen im Selbstbild der Kirche erklärt und anschließend in Übungen vertieft. Außerdem werden in weiteren Untermodulen zusätzlich noch Themen wie z.B. "Kirche im Nationalsozialismus" angesprochen. Die Studierenden lernen, die Kirche in gesellschaftliche und historische Zusammenhänge einzuordnen und darüber Auskunft zu geben. 

Technisch werden die Lernmodule mit dem Autorentool Adobe Captivate erstellt. Das Werkzeug erlaubt es, aufwendige Multimedia-Simulationen und Tests ohne detaillierte Programmierkenntnisse zu erstellen. Mit Adobe Captivate werden alle Medien, d.h. Sprechertext, sonstiger Ton, Grafiken und Animationen, Weblinks in einer Moduldatei geladen. Folie für Folie werden sie dann angeordnet. Eine Folie ist inhaltlich eine Sequenz, die einen Zusammenhang auf dem Bildschirm animiert. Die Sequenz unten erklärt z.B. das Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Moderne in einer schematischen Animation.

Der Sprechertext erklärt den Zusammenhang mit Worten und die Animation lässt das Gesagte in schablonenhafter Form noch einmal bildlich erscheinen. Durch die Ansprache von unterschiedlichen Wahrnehmungs- bzw. Lerntypen können auch sehr komplexe Zusammenhänge transparent nachvollziehbar simuliert werden (Abb. 2). Dadurch soll die Abstraktionsfähigkeit der Studierenden gesteigert werden, sodass sie diese Prozesse selbst formulieren können. 

 

Oben wird die Positionierung der Kirche im Spannungsverhältnis zur modernen Welt als Einstieg für das Lernmodul Glaubensgemeinschaft genutzt. Dazu wird der Sprechertext in Ton und als Grafik eingespielt. Das Lernmodul ist auch für Gehörlose gewährleistet (Barrierefreiheit). Zusätzlich wird das Gesprochene animiert eingeblendet (Abb. 3), um den Inhalt darzustellen.

Impulse als Lehrgriff

Fester Bestandteil jedes Moduls ist immer ein Impuls, eine Art Einstimmung in Form einer Aufgabe, mit der die Studierenden vorab den Status ihres Wissens reflektieren oder sich gedanklich auf das Thema einlassen können. Diese Impulse können etwa komplexe Aufgaben sein, wie die Zusammenfassung der Thesen zweier Theologen zu dem oben beschriebenen Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Moderne (Abb. 4 li.); aber auch Aufgaben, wie die Zuordnung verschiedener Schlagwörter aus dem Glaubensbekenntnis (Abb. 4 re.).

Bei den inhaltlichen Grafiken (Kirche, Gott, etc.) sollen so wenig wie möglich, für den Lernprozess unnötige Emotionen (z.B. durch Farbe) transportiert werden. Außerdem müssen sie auf den ersten Blick identifizierbar sein. Aus diesen Gründen wurde auch hier der Icon-Stil gewählt (Abb. 7).

Die Darstellung von Inhalten in den Lernmodulen

In den folgenden Beispielen aus dem Untermodul „Die vier Kennzeichen der Kirche“, das zu dem Modul Glaubensgemeinschaft gehört, ist eine vereinfachte inhaltliche Simulation zum Thema "Wofür steht Einheit der Kirche?" und "Was bedeutet katholisch?" abgebildet. Hierfür wird das Apostolische Glaubensbekenntnis als Grundlage herangezogen (Abb. 8/9).

Die jeweiligen komplexen Zusammenhänge werden so eindeutig wie möglich und mit Wiedererkennungswert dargestellt, damit sie sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einprägen. In der Reflexion bilden diese vereinfachten Beschreibungen eine Orientierungshilfe. 

Simulation - Die Kirche ist Heilszeichen Gottes in der Welt und verdeutlicht damit auch den Zusammenhang zwischen Einheit und Gemeinschaft:

Selbstlerntests runden das didaktische Konzept ab

Durch Selbstlerntest werden die in den Lehrbriefen und in den Simulationen beschriebenen Zusammenhänge in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden noch einmal auf die nachhaltige Verankerung im Wissen der Studierenden überprüft.  Durch die Selbstlerntests sind die Teilnehmenden nicht an das Warten auf eine Korrektur der Studienleiter und Studienleiterinnen gebunden. Das Lernen und Vertiefen kann zeitunabhängig erfolgen (Abb. 10). Auch spielerische Elemente werden eingezogen, wenn es inhaltlich und didaktisch sinnvoll ist. 

Textaufgaben dienen der Überprüfung von eigener theologischer Sprachfähigkeit und setzten die Abstraktionsfähigkeit von Faktenwissen voraus. Hier bieten die Lernmodule als Bewertungskriterien einmal die Hinterlegung von bestimmten Fachbegriffen, die in einem solchen Text genannt werden müssen. Interaktive Aspekte werden durch die mögliche Veröffentlichung der Textaufgaben in thematischen Foren erzeugt. Die Studierenden können ihre Aussagen vergleichen und miteinander diskutieren (Abb. 11).

Die Themen der Selbstlerntests, Transferübungen und Quizze sind sehr komplex. Sinnvolle Aufgaben sind mit einem hohen Arbeitsaufwand in der Konzeption und Implementierung verbunden und müssen ständig evaluiert werden. Dazu werde ich in der kommenden Ausgabe des Fernblicks mehr über die Erfahrungen des Teams von Theologie im Fernkurs berichten. 

Die Integration von Multimedia

Zusätzlich zu der animierten Simulation komplexer Zusammenhänge und einer Vielzahl an Selbstlerntests mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Lernzielen können in Adobe Captivate auch multimediale Weblinks in einem thematisch passenden Rahmen eingebettet werden (Abb. 12). In diesem Beispiel wird neben der inhaltlichen Simulation auch ein Erklärfilm der Internetseite katholisch.de "Was heißt katholisch?" unterstützend angeboten.

Die Produktion

Nach diesem ersten Pilotmodul, dessen Endredaktion im ersten Quartal 2018 erfolgen soll, wird an der Erstellung der anderen Module mit Drehbuch, Tonaufnahmen, Umsetzung und Tests gearbeitet. Die Veröffentlichung der Module für den Kurs Basiswissen Theologie soll bis Ende 2018 erfolgen.

Die Module werden im SCORM-Format auf der eLernplattform installiert. Über das Format können dann anschließend Evaluierungen über den Lernstand der Studierenden und die Ergonomie sowie Beliebtheit der Module erstellt werden. 

Und wie geht es weiter?

Derzeit sind auf der eLernplattform ca. 2600 Teilnehmende registriert. 2018 wird vermutlich die Anzahl von 3000 Studierenden auf der Plattform erreicht werden.

Im Zug der Umstellung auf den modularisierten Religionspädagogischen Kurs im April 2018 werden auch diese Kursteilnehmenden einen Zugang zur eLernplattform erhalten. Außerdem wird es ein Design-Update der Plattform geben und die neue Version ILIAS 5.2 wird installiert werden.

… bleiben Sie gespannt und besuchen Sie regelmäßig auch den öffentlichen Bereich der eLernplattform mit der Rubrik "Wissenswertes über Gott und die Welt". Auch der sehenswerte Erklärfilm zu Theologie im Fernkurs ist dort zu finden!

Britta Stangl